7 Dinge, die man bei Matcha falsch machen kann

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7 Dinge, die man bei Matcha falsch machen kann

Matcha (japanisch: 抹茶) ist japanischer Grüntee, der zu einem feinen Pulver vermahlen und dann mit Wasser aufgegossen wird. Er wird traditionell in der Teezeremonie serviert, erfreut sich aber seit einigen Jahren auch in der westlichen Welt zunehmender Beliebtheit als Getränk. Ob einfach als Matcha „grün“ oder als Matcha Latte serviert – in vielen Cafés findet man ihn mittlerweile auf der Karte, und auch die Social Media-Kanäle wie Youtube und Instagram zeugen von weltweitem Matcha-Genuss.

Dabei sieht man jedoch häufig, dass das einstige für besondere Anlässe vorbehaltene Getränk heutzutage zum „Lifestyle“-Produkt wird und nicht mehr das ist, was es mal war – im negativen Sinne. Denn kostet ein sehr guter Bio-Matcha aus Japan schonmal um die 1000 € pro Kilo, so ist die billige Imitatware aus China schon für 300 € zu haben – wird aber trotzdem als Bio-Matcha verkauft. Und das zu Lasten von Geschmack und Inhaltsstoffen. Auch bei der Zubereitung gibt es zahlreiche Fehler, die man machen kann, die vielleicht auch der ein oder andere begeht, dem Matcha noch nie geschmeckt hat. Welche das sind, und wie man sie vermeidet, das erfahrt ihr in diesem Artikel.

Insbesondere Nr 7 ist ein wichtiger Punkt, der den meisten unbekannt ist. Man sollte ihn aber unbedingt beherzigen! :)

1 | Minderwertigen Matcha kaufen

Wie oben bereits beschrieben, wird auch Grünteepulver als Matcha verkauft, das in China aus anderen, minderwertigeren Grünteesorten gewonnen wird. Hochwertiger Matcha wird in Japan aus Teeblättern hergestellt, die auch dazu benutzt werden, um Gyokuro, Japans hochwertigste Teesorte herzustellen. Dazu werden die Grünteepflanzen für ca. 21 Tage lang beschattet, was dazu führt, dass der Chlorophyllgehalt ansteigt und bestimmte Aminosäuren (u.a. Theanin) gebildet werden, die zu einem ganz charakteristischen Aroma des Tees führen, das als süßlich und umami (= wohlschmeckend, rund) zugleich beschrieben wird1)http://www.ippodo-tea.co.jp/en/tea/gyokuro_02.html; abgerufen am 27.02.2016. Zudem werden durch dieses Verfahren die Bitterstoffe reduziert. Die Teeblätter werden nach der Ernte getrocknet, die Blattrippen und die Stängel werden entfernt und nur das Blattmaterial wird dann mittels Steinmühlen zu einem feinem Pulver vermahlen – dem Matcha.

Grünteepulver minderer Qualität werden dagegegen meist aus dem kompletten Teeblatt (mit Stängeln, Blattrippen) hergestellt und gewährleisten nicht, dass der Tee beschattet wurde. Sie sind daher meist bitterer und haben auch ein weniger rundes Aroma, das auch nicht „matcha-typisch“ ist. Grüner Tee aus China ist zudem laut Ökotest auch häufig mit Schadstoffen (Pestiziden, …) belastet2)http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=99298&bernr=04; abgerufen am 27.02.2016.

Die Basis für einen guten Matcha-Genuss ist daher der richtige Matcha – hört sich einfach an, ist aber doch schwierig, weil man Matcha heutzutage sogar in der Drogerie findet und dieser meist mit einem sehr günstigen Preis lockt. Es lohnt sich aber definitiv, in ein teureres Produkt zu investieren! Ich kann besonders die Produkte der Firma KEIKO empfehlen, da diese den Matcha hier in Deutschland vor Ort in Steinmühlen unter Stickstoffatmosphäre vermahlt (als einzige mir bekannte Firma!) und somit eine besondere Frische des Produkts gewährleistet (ich liebe z.B. diesen Matcha: Matcha Supreme*). Warum das so wichtig ist, siehe im nächsten Punkt.

2 | Matcha falsch aufbewahren

Wird Matcha im Herstellungsprozess oder bei der Lagerung Luft ausgesetzt, so oxidiert er ziemlich schnell: Er verliert seine leuchtend grüne Farbe, wird bräunlich oder gräulich grün und schmeckt heuartig. Um diesen Prozess zu vermeiden, den Matcha luftgeschützt und kühl aufbewahren. Bei wem der Matcha schon beim ersten Öffnen bräunlich aussieht: Diesen kann man am besten gleich verwerfen, denn hier wurde schlecht produziert. Man würde keine Freude an ihm haben, und auch von den gesundheitsförderlichen Eigenschaften ist nicht mehr viel übrig.

3 | Matcha ohne das richtige Zubehör zubereiten

Viele, denen ich Matcha empfohlen habe, berichten mir auf Nachfrage, wie sie ihn denn zubereiten, folgendes: Sie geben das Pulver in ein Glas, gießen es mit heißem Wasser auf und rühren dann um. Der Geschmack habe sie bislang noch nicht umgehauen… Das kann ich mir vorstellen, denn ohne das richtige Zubehör ist Matcha sicherlich kein richtiger Genuss. Warum ziehen wohl so viele Menschen Cappuccino einem Milchkaffee vor? Das Geheimnis ist der Schaum! Auf einen richtigen Matcha gehört eine Schaumkrone. Diese erzielt man am besten mit einem Bambusbesen (siehe Bild unten rechts). In einer flachen Schale, optimalerweise einer Matcha-Schale (Matchawan) wird das Teepulver mit etwas heißem Wasser vermengt und mit dem Bambusbesen schaumig geschlagen.

Matcha Kuchen

4 | Hartes Wasser verwenden

Der erste Fehler in Bezug auf das Wasser, das man für den Matcha verwendet, besteht darin, zu hartes, d.h. zu mineralstoffreiches Wasser zu benutzen. Für das beste Teearoma empfiehlt es sich also ein weiches Wasser zu benutzen. Auch sollte es unbedingt vor dem Aufgießen erst aufgekocht werden, da dies noch einmal zur Süße des Wassers beiträgt, die den Geschmack des Matchas unterstreicht. Ich habe gute Erfahrungen mit dem Wasser von Lauretana* gemacht.

5 | Zu heißes Wasser verwenden

Noch wichtiger als der Härtegrad ist allerdings die Temperatur des Wassers: Wer zu heißes Wasser verwendet, produziert einen grasigen, bitteren oder sogar fischigen Geschmack, der traurigerweise bei vielen als „der“ Grüntee-Geschmack bekannt ist. Matcha sollte mit ungefähr 80°C heißem Wasser übergossen werden: ca. 1-2 g pro Portion Matchapulver und 60-100 ml Wasser – je nachdem, wie dünn- oder dickflüssig man den Matcha trinken möchte.

6 | Matcha auf nüchternen Magen trinken

Die im Matcha enthaltenen Stoffe Coffein und verschiedene Tannine (Gerbsäuren) besitzen eine reizende Wirkung auf das Magen-Darm-System, was sich als Magenschmerzen und Sodbrennen zeigen kann. Traditionell isst man in Japan immer eine kleine Süßigkeit dazu, um den herben Geschmack des Grüntees auszubalancieren, aber auch um die reizende Wirkung des Matchas etwas abzuschwächen (s. Titelbild). Menschen mit einer chronischen Magenschleimhautentzündung sollten besser ganz auf Matcha verzichten. Und: man sollte beachten, welche Lebensmittel man zum Matcha dazu isst, was zum nächsten Punkt führt:

7 | Matcha mit Milch- und Sojaprodukten kombinieren

Grüner Tee, vor allem dessen Catechine, hat positive Wirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem3)Debette, S., Courbon, D., Leone, N. et al. Tea consumption is inversely associated with carotid plaques in women. Arterioscler Thromb Vasc Biol. 2008; 28: 353–3594)Kim, W., Jeong, M.H., Cho, S.H. et al. Effect of green tea consumption on endothelial function and circulating endothelial progenitor cells in chronic smokers. Circ J. 2006; 70: 1052–10575)Duffy, S.J., Keaney, J.F. Jr, Holbrook, M. et al. Short- and long term black tea consumption reverses endothelial dysfunction in patients with coronary artery disease. Circulation. 2001; 104: 151–156: je höher der Grünteekonsum desto geringer das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen6)Kuriyama, S., Shimazu, T., Ohmori, K. et al. Green tea consumption and mortality due to cardiovascular disease, cancer, and all causes in Japan: the Ohsaki study. JAMA. 2006; 296: 1255–12657)Sano, J., Inami, S., Seimiya, K. et al. Effects of green tea intake on the development of coronary artery disease. Circ J. 2004; 68: 665–670. Grüner Tee hat eine direkte Wirkung auf die Gefäße: Sie entspannen und weiten sich und führen daher zu einem verbesserten Blutfluss8)Alexopoulos, Nikolaos; Vlachopoulos, Charalambos; Aznaouridis, Konstantinos; Baou, Katerina; Vasiliadou, Carmen; Pietri, Panagiota et al. (2008): The acute effect of green tea consumption on endothelial function in healthy individuals. In: European journal of cardiovascular prevention and rehabilitation : official journal of the European Society of Cardiology, Working Groups on Epidemiology & Prevention and Cardiac Rehabilitation and Exercise Physiology 15 (3), S. 300–305. DOI: 10.1097/HJR.0b013e3282f4832f.9)Jochmann N, Lorenz M, Krosigk AV, et al. The efficacy of black tea in ameliorating endothelial function is equivalent to that of green tea. Br J Nutr 2008;99:863– 8.. Sowohl Milchprodukte als auch Sojaprodukte verhindern jedoch diese Wirkung (erwiesen im Reagenzglas)10)Lorenz, Mario; Jochmann, Nicoline; Krosigk, Amelie von; Martus, Peter; Baumann, Gert; Stangl, Karl; Stangl, Verena (2007): Addition of milk prevents vascular protective effects of tea. In: European heart journal 28 (2), S. 219–223. DOI: 10.1093/eurheartj/ehl442.11)Lorenz, Mario; Stangl, Karl; Stangl, Verena (2009): Vascular effects of tea are suppressed by soy milk. In: Atherosclerosis 206 (1), S. 31–32. DOI: 10.1016/j.atherosclerosis.2009.02.001., wenn sie zeitgleich verzehrt werden. Man vermutet, dass bestimmte Eiweiße (bei Milchprodukten das Casein, bei Sojaprodukten bislang unbekannt) die gefäßwirksamen Stoffe im Tee binden. Daher zum Matcha idealerweise etwas Proteinarmes essen, und falls ihr einen Matcha Latte macht, keine Sojamilch, sondern eine proteinarme Milch wie z.B. Hafer- oder Cashewmilch verwenden.

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Habt ihr sonst noch Fragen zu Matcha? Schreibt sie mir gern in die Kommentare!

Alimonia

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*Affiliatelink

Literatur   [ + ]

1. http://www.ippodo-tea.co.jp/en/tea/gyokuro_02.html; abgerufen am 27.02.2016
2. http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=99298&bernr=04; abgerufen am 27.02.2016
3. Debette, S., Courbon, D., Leone, N. et al. Tea consumption is inversely associated with carotid plaques in women. Arterioscler Thromb Vasc Biol. 2008; 28: 353–359
4. Kim, W., Jeong, M.H., Cho, S.H. et al. Effect of green tea consumption on endothelial function and circulating endothelial progenitor cells in chronic smokers. Circ J. 2006; 70: 1052–1057
5. Duffy, S.J., Keaney, J.F. Jr, Holbrook, M. et al. Short- and long term black tea consumption reverses endothelial dysfunction in patients with coronary artery disease. Circulation. 2001; 104: 151–156
6. Kuriyama, S., Shimazu, T., Ohmori, K. et al. Green tea consumption and mortality due to cardiovascular disease, cancer, and all causes in Japan: the Ohsaki study. JAMA. 2006; 296: 1255–1265
7. Sano, J., Inami, S., Seimiya, K. et al. Effects of green tea intake on the development of coronary artery disease. Circ J. 2004; 68: 665–670
8. Alexopoulos, Nikolaos; Vlachopoulos, Charalambos; Aznaouridis, Konstantinos; Baou, Katerina; Vasiliadou, Carmen; Pietri, Panagiota et al. (2008): The acute effect of green tea consumption on endothelial function in healthy individuals. In: European journal of cardiovascular prevention and rehabilitation : official journal of the European Society of Cardiology, Working Groups on Epidemiology & Prevention and Cardiac Rehabilitation and Exercise Physiology 15 (3), S. 300–305. DOI: 10.1097/HJR.0b013e3282f4832f.
9. Jochmann N, Lorenz M, Krosigk AV, et al. The efficacy of black tea in ameliorating endothelial function is equivalent to that of green tea. Br J Nutr 2008;99:863– 8.
10. Lorenz, Mario; Jochmann, Nicoline; Krosigk, Amelie von; Martus, Peter; Baumann, Gert; Stangl, Karl; Stangl, Verena (2007): Addition of milk prevents vascular protective effects of tea. In: European heart journal 28 (2), S. 219–223. DOI: 10.1093/eurheartj/ehl442.
11. Lorenz, Mario; Stangl, Karl; Stangl, Verena (2009): Vascular effects of tea are suppressed by soy milk. In: Atherosclerosis 206 (1), S. 31–32. DOI: 10.1016/j.atherosclerosis.2009.02.001.

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